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Glossar

Contingency Search

Autor

Patricia Jesch

Lesezeit

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min

Kurzdefinition: Contingency Search ist ein Beauftragungsmodell in der Personalberatung, bei dem das Honorar des Headhunters erfolgsabhängig ist. Das beauftragende Unternehmen zahlt nur dann, wenn eine vom Berater vorgeschlagene Person tatsächlich eingestellt wird. Bleibt die Besetzung aus, entstehen keine Kosten.

Wie das Modell funktioniert

Beim Contingency Search erhält die Personalberatung ihr Honorar ausschließlich im Erfolgsfall, üblicherweise als Prozentsatz des Jahresbruttogehalts der besetzten Position. Vorab fließt kein Geld. Das Risiko liegt damit fast vollständig beim Berater, der Zeit und Ressourcen investiert, ohne eine garantierte Vergütung zu haben.

Ein zweiter Punkt ist die Exklusivität, oder genauer: das Fehlen davon. Unternehmen vergeben dieselbe Suche im Contingency-Modell häufig parallel an mehrere Dienstleister. Wer zuerst die passende Kandidatin oder den passenden Kandidaten präsentiert und vermittelt, bekommt das Honorar. Das erzeugt Tempo, kann aber auch dazu führen, dass mehrere Berater dieselben Profile ansprechen.

Abgrenzung zur Retained Search

Das Gegenstück heißt Retained Search. Dabei zahlt der Auftraggeber in mehreren Raten, oft beginnend mit einer Anzahlung bei Mandatsbeginn, unabhängig vom Ausgang der Suche. Die Beauftragung erfolgt exklusiv. Retained Search ist das übliche Modell für schwer zu besetzende Schlüsselpositionen, etwa im Top-Management oder in stark spezialisierten Fachbereichen.

Der praktische Unterschied lässt sich grob so einordnen:

MerkmalContingency SearchRetained Search
Honorarnur bei erfolgreicher Besetzunhgfeste Raten, erfolgsunabhängig
Exklusivitätmeist nicht exklusivexklusiv
Risikobeim Beratergeteilt bzw. beim Auftraggeber
Typischer Einsatzbreiter verfügbare Rollen, VolumenbedarfFührungs- und Spezialistenpositionen
Suchtiefeoft auf Schnelligkeit ausgelegttiefere, systematische Marktrecherche

Wann sich Contingency Search eignet

Sinnvoll ist das Modell vor allem bei Positionen, für die der Markt eine gewisse Auswahl hergibt, und wenn ein Unternehmen das eigene Kostenrisiko klein halten möchte. Auch wer mehrere ähnliche Stellen gleichzeitig besetzen will, fährt damit häufig gut.

Bei wirklich raren Profilen stößt Contingency Search dagegen schnell an seine Grenzen. Wenn eine Berufsgruppe ohnehin händeringend gesucht wird, etwa erfahrene Underwriter in der Versicherungswirtschaft oder Vertriebsspezialisten in der Medizintechnik, lohnt sich für den Berater der hohe Aufwand einer Direktansprache oft nur dann, wenn das Mandat exklusiv vergeben ist. In solchen Fällen führt die Retained Search meist zu besseren Ergebnissen, weil der Berater den Markt vollständig und planbar bearbeiten kann, statt auf einen schnellen Treffer zu zielen.

Worauf Unternehmen achten sollten

Das Modell wirkt auf den ersten Blick risikolos, weil ohne Einstellung keine Rechnung kommt. In der Praxis hat das aber eine Kehrseite. Da der Berater nur im Erfolgsfall verdient, konzentriert er seine Energie verständlicherweise auf die am leichtesten besetzbaren Aufträge. Eine anspruchsvolle Vakanz kann dabei untergehen. Wer eine schwierige Schlüsselrolle besetzen muss, sollte deshalb genau prüfen, ob das erfolgsbasierte Modell zur Aufgabe passt oder ob ein exklusives Mandat die bessere Wahl ist.

Quellen

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